Was ist ein ETF-Sparplan?
Bei einem ETF-Sparplan kaufst du in festen Abständen, meist monatlich, automatisch Anteile an einem oder mehreren ETFs. Ein ETF (Exchange Traded Fund) bildet einen ganzen Index ab, zum Beispiel den MSCI World oder den SMI, und streut dein Geld damit über hunderte Unternehmen. Statt einen Markt zu timen, investierst du regelmässig denselben Betrag. In Phasen mit tiefen Kursen erhältst du mehr Anteile, in teuren Phasen weniger. Dieser Durchschnittseffekt (Cost-Average-Effekt) und der Zinseszins über die Jahre sind die zentralen Vorteile gegenüber dem Sparkonto.
Für Schweizer Anlegerinnen und Anleger ist ein ETF-Sparplan vor allem deshalb attraktiv, weil er günstig, transparent und ohne grossen Aufwand funktioniert. Du brauchst kein Vorwissen über einzelne Aktien und kannst je nach Anbieter schon ab wenigen Franken pro Monat starten.
Selbst auswählen oder Strategie wählen?
Schweizer ETF-Sparpläne lassen sich in zwei Gruppen einteilen, und diese Unterscheidung bestimmt, welcher Anbieter zu dir passt.
Bei einem ETF-Sparplan zum Selbstauswählen entscheidest du, welche ETFs du besparst, und baust dein eigenes Portfolio auf. Du hast die volle Kontrolle und meist die tieferen laufenden Kosten, trägst aber selbst die Verantwortung für die Auswahl. Typische Anbieter sind Broker wie Swissquote, Saxo oder die Sparpläne von PostFinance und neon.
Bei einem strategiebasierten Sparplan wählst du anhand deines Risikoprofils eine fertige Anlagestrategie. Der Anbieter investiert dann automatisch in ein vordefiniertes Portfolio aus ETFs oder Indexfonds und verwaltet es laufend für dich. Das ist bequemer und gut für den Einstieg, kostet über die Verwaltungsgebühr aber meist etwas mehr. Typische Anbieter sind VIAC, finpension, True Wealth, Selma oder findependent.
Einige Anbieter wie neon oder finpension bieten beides an, du kannst dort also selbst auswählen oder eine Strategie nutzen.
Was kostet ein ETF-Sparplan?
Die Kosten eines ETF-Sparplans setzen sich aus zwei Ebenen zusammen, und genau diese Trennung übersehen viele Vergleiche.
Kosten pro Sparrate fallen bei jedem Kauf an:
Courtage oder Ausführungsgebühr für den Kauf
Währungsaufschlag (FX-Markup), wenn der ETF nicht in Franken gehandelt wird
Eidgenössische Stempelsteuer (Umsatzabgabe)
Laufende Kosten pro Jahr fallen unabhängig vom Kauf an:
TER (Total Expense Ratio) des ETFs selbst
Depot- oder Verwaltungsgebühr des Anbieters, bei strategiebasierten Anbietern oft als All-in-Gebühr
Ein wichtiger Schweizer Punkt ist die Stempelsteuer: Sie beträgt 0,075 Prozent bei Schweizer ETFs und 0,15 Prozent bei ausländischen ETFs und fällt nur bei Schweizer Brokern an. Anbieter, die auf Indexfonds statt ETFs setzen (zum Beispiel VIAC), sind davon befreit.
ETF-Sparplan oder Fondssparplan: Was ist besser?
Beide funktionieren nach demselben Prinzip, du sparst regelmässig in einen Fonds. Der Unterschied liegt im Fonds selbst. Ein ETF bildet einen Index passiv nach und ist deshalb günstig, die TER liegt oft unter 0,3 Prozent. Ein klassischer (aktiv verwalteter) Fonds versucht, den Markt zu schlagen, und kostet meist deutlich mehr, häufig über 1 Prozent pro Jahr.
Über lange Zeiträume schlägt der Kostenunterschied stark durch, weil er sich über den Zinseszins vervielfacht. Für die meisten Anlegerinnen und Anleger, die einfach und günstig Vermögen aufbauen wollen, ist ein ETF-Sparplan deshalb die naheliegende Wahl. Ein aktiver Fondssparplan kann sinnvoll sein, wenn du gezielt eine bestimmte Strategie suchst, die es als ETF nicht gibt.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Den einen besten ETF-Sparplan gibt es nicht, weil er von deiner Situation abhängt. Diese Kriterien helfen dir bei der Entscheidung:
- Gesamtkosten: Nicht nur die TER, sondern auch Courtage, Währungsaufschlag und Depotgebühr zusammen betrachten.
- Produktart: Willst du selbst auswählen oder eine fertige Strategie?
- Mindestsparrate: Manche Anbieter starten ab wenigen Franken, andere setzen höhere Beträge voraus.
- ETF-Auswahl: Wie viele und welche ETFs stehen zur Verfügung?
- Sparintervall und Flexibilität: Kannst du pausieren, anpassen oder zusätzlich einzahlen?
- e-Steuerauszug: Erstellt der Anbieter einen elektronischen Steuerauszug, und ist er gratis? Das spart dir bei der Steuererklärung viel Aufwand.
- Regulierung und Einlagensicherung: Ist der Anbieter in der Schweiz beaufsichtigt?
Für wen lohnt sich ein ETF-Sparplan?
Ein ETF-Sparplan lohnt sich für fast jeden, der langfristig und mit überschaubarem Aufwand Vermögen aufbauen will. Besonders sinnvoll ist er, wenn du einen langen Anlagehorizont von mindestens fünf bis zehn Jahren hast, regelmässig einen festen Betrag investieren kannst und Kursschwankungen aussitzen willst, statt den perfekten Einstieg zu suchen.Entscheidend ist weniger die Höhe der Sparrate als die Regelmässigkeit. Schon kleine Beträge summieren sich über die Jahre, weil Erträge wieder mitarbeiten. Wer das Geld kurzfristig braucht, ist mit einem Sparkonto besser bedient, weil ein ETF-Sparplan über kurze Zeiträume schwanken kann.
ETF-Sparplan Anbieter in der Schweiz im Überblick
Im Vergleich findest du die wichtigsten Schweizer Anbieter, gruppiert nach Produktart. Zum Selbstauswählen gehören unter anderem Swissquote, Saxo, PostFinance, neon, Yuh und Revolut. Strategiebasiert investierst du unter anderem mit VIAC, finpension, True Wealth, Selma, findependent, Alpian und UBS key4 smart investing.
Swissquote ETF-Sparplan
Mit dem Swissquote ETF-Sparplan wählst du aus rund 115 ETFs selbst aus und sparst regelmässig in dein eigenes Depot. Swissquote ist der grösste Schweizer Online-Broker und in der Schweiz reguliert. Die Auswahl ist breit, dafür fallen eine Ausführungsgebühr pro Kauf und eine jährliche Depotgebühr an, weshalb sich der Sparplan vor allem für selbstbestimmte Anlegerinnen und Anleger mit grösseren Beträgen eignet. Die genauen Kosten findest du im Vergleich.
Saxo ETF-Sparplan
Mit dem ETF-Sparplan von Saxo (Saxo AutoInvest) wählst du aus rund 103 ETFs selbst aus und richtest monatliche Käufe ein, jeweils fix am 5. des Monats. Saxo Bank ist in der Schweiz reguliert und verbindet eine breite ETF-Auswahl mit kostenlosen Sparplan-Ausführungen, ohne Depotgebühr und mit einem tiefen Währungsaufschlag. Damit gehört Saxo bei den Kosten zu den günstigsten Anbietern. Die Details findest du im Vergleich.
Aktuell erhältst du über Evaluno als Neukunde CHF 200 Trading Credits geschenkt. Link: Saxo Gutschein von Evaluno.
Yuh ETF-Sparplan
Mit dem Yuh ETF-Sparplan baust du direkt in der App aus rund 60 ETFs ein eigenes Portfolio auf und sparst schon ab CHF 10, ganz ohne Depotgebühr. Yuh ist eine einfache Schweizer Finanz-App und eignet sich besonders für Einsteiger, die unkompliziert per Smartphone und mit kleinen Beträgen starten wollen. Dank Bruchteilkäufen wird auch eine kleine Sparrate vollständig investiert. Die genauen Kosten findest du im Vergleich.
Aktuell erhältst du über Evaluno mit dem Yuh Aktionscode YUHEVALUNO als Neukunde CHF 50 Trading Credits und 250 Swissqoins (SWQ). Link: Yuh Aktionscode von Evaluno.
PostFinance ETF-Sparplan
Mit dem PostFinance ETF-Sparplan investierst du über das E-Trading von PostFinance automatisch in eine Auswahl von rund 110 ETFs. Der Sparplan eignet sich vor allem für bestehende PostFinance-Kundinnen und -Kunden, die ihren Vermögensaufbau ohne zusätzliche Bankbeziehung starten wollen. Die Ausführungskosten sind im Quervergleich allerdings eher hoch, die aktuellen Werte findest du im ETF-Sparplan Vergleich.
UBS key4 smart investing
Mit dem ETF-Sparplan von UBS key4 smart investing wählst du aus 9 ETFs aus und lässt deine Sparrate automatisch monatlich investieren. Das Angebot kommt von einer Schweizer Grossbank, ist FINMA-reguliert und richtet sich an alle, die einfach und automatisiert investieren wollen. Dafür ist die ETF-Auswahl kleiner und es fällt eine jährliche Depotgebühr an. Die Kosten sind im Vergleich zu anderen ETF-Sparplan Anbieter eher hoch.