Glossar: Finanzbegriffe einfach erklärt
- Aktienanteil
Der Aktienanteil ist der Teil des Fondsvermögens, der in Aktien investiert ist. Je höher er liegt, desto grösser sind die Renditechancen, aber auch die Schwankungen. Bei einem langen Anlagehorizont gleichen sich Schwankungen meist aus, deshalb setzen viele Vorsorgefonds auf einen hohen Aktienanteil.
- Anlagehorizont
Der Anlagehorizont ist die Zeitspanne, während der du dein Geld investiert lassen kannst. Je länger er ist, desto eher gleichen sich Kursschwankungen aus und desto höher darf der Aktienanteil sein. Für Geld, das du in wenigen Jahren brauchst, eignen sich Wertschriften dagegen kaum.
Andere Bezeichnungen: Anlagedauer
- Anlagestrategie
Eine Anlagestrategie legt fest, wie ein Vermögen auf Aktien, Obligationen und weitere Anlageklassen verteilt wird, abgestimmt auf Risikoprofil und Anlagehorizont. In der Säule 3a und im Freizügigkeitsdepot wählst du typischerweise zwischen Strategien mit unterschiedlichem Aktienanteil. Verwaltet wird eine Strategie aktiv durch ein Fondsmanagement oder passiv nach Index.
- Dritte Säule (Säule 3a)
Die Säule 3a ist Teil der privaten Vorsorge in der Schweiz. Sie ermöglicht es, steuerbegünstigt Geld für die Pension aufzubauen. Beiträge können jährlich vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden, das Kapital ist jedoch bis zur Pensionierung gebunden (mit wenigen Ausnahmen).
Andere Bezeichnungen: gebundene Vorsorge, private Vorsorge
Mehr dazu: 1e Kadervorsorge Vergleich · Säule 3a Fonds Vergleich
- Einlagensicherung
Die Einlagensicherung schützt Bankguthaben bis CHF 100'000 pro Kunde und Bank, falls eine Schweizer Bank zahlungsunfähig wird. Getragen wird sie von esisuisse, der Einlagensicherung der Schweizer Banken. Wertschriften im Depot sind davon nicht betroffen: Sie bleiben auch im Konkursfall dein Eigentum.
- Einzahlungslimite Säule 3a
Der jährliche Maximalbetrag, den man in die Säule 3a einzahlen darf. Im Jahr 2026 sind es CHF 7'258 für Angestellte (Personen mit Pensionskasse) und CHF 36'288 für Selbstständigerwerbende (Personen ohne Pensionskasse).
Andere Bezeichnungen: Maximalbetrag Säule 3a
Mehr dazu: Säule 3a Konto Vergleich
- ETF
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index wie den SPI oder MSCI World nachbildet. Statt einzelne Aktien zu kaufen, investierst du mit einem ETF in hunderte Unternehmen gleichzeitig. Weil kein Fondsmanager aktiv Titel auswählt, sind die laufenden Kosten (TER) deutlich tiefer als bei klassischen Anlagefonds.
Andere Bezeichnungen: Exchange Traded Fund, börsengehandelter Fonds
- FINMA
Die FINMA (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht) ist die Schweizer Aufsichtsbehörde über Banken, Versicherungen und weitere Finanzdienstleister. Sie vergibt Bewilligungen, überwacht die Einhaltung der Regeln und kann bei Verstössen einschreiten. Eine FINMA-Regulierung ist ein wichtiges Signal für die Seriosität eines Anbieters.
Andere Bezeichnungen: Eidgenössische Finanzmarktaufsicht
- Freizügigkeit
Freizügigkeit bezeichnet dein Recht, das angesparte Pensionskassenguthaben beim Stellenwechsel mitzunehmen. Verlässt du deine Pensionskasse, ohne direkt in eine neue einzutreten, etwa bei einer Jobpause, Weiterbildung oder Arbeitslosigkeit, wird das Guthaben auf eine Freizügigkeitseinrichtung übertragen. Dort bleibt es bis zur Pensionierung gebunden; bar auszahlen lassen kannst du es nur in gesetzlich definierten Fällen, etwa bei Aufnahme einer Selbstständigkeit oder definitiver Auswanderung.
Andere Bezeichnungen: Freizügigkeitsleistung, Austrittsleistung
- Freizügigkeitsdepot
Ein Freizügigkeitsdepot legt dein Freizügigkeitsguthaben in Wertschriften an, statt es auf einem Konto zu verzinsen. Das erhöht die Renditechancen, bringt aber auch Kursschwankungen mit sich. Sinnvoll ist es vor allem, wenn das Guthaben noch viele Jahre gebunden bleibt und du die Schwankungen aussitzen kannst.
Mehr dazu: Freizügigkeitsdepot Vergleich
- Freizügigkeitskonto
Ein Freizügigkeitskonto ist ein verzinstes Konto bei einer Bank oder Stiftung, das dein Pensionskassenguthaben aufnimmt, wenn du vorübergehend keiner Pensionskasse angehörst. Das Guthaben bleibt bis zur Pensionierung gebunden; ein Vorbezug ist nur in Ausnahmefällen möglich, etwa für Wohneigentum oder bei definitiver Auswanderung. Die Zinssätze unterscheiden sich je nach Anbieter deutlich.
- Gemeinschaftskonto
Ein Gemeinschaftskonto ist ein Konto mit mehreren gleichberechtigten Inhabern, typisch für Paare oder WGs. Bei einem echten Gemeinschaftskonto haben alle Inhaber eigenen Zugriff samt eigener Karte; manche Anbieter bieten stattdessen ein Bankpaket zu zweit, also zwei verknüpfte Einzelkonten. Wichtig sind die Regeln zur Zeichnungsberechtigung: wer darf allein Zahlungen auslösen.
Andere Bezeichnungen: Partnerkonto, WG-Konto, Gemeinsames Konto
- Grenzsteuersatz
Der Grenzsteuersatz gibt an, wie stark ein zusätzlicher Franken Einkommen besteuert wird. Wegen der Steuerprogression liegt er über dem Durchschnittssteuersatz: Je höher dein Einkommen, desto mehr Steuern kostet der letzte Franken. Deshalb spart ein Säule-3a-Abzug bei hohem Einkommen mehr Steuern als bei tiefem.
- Indexfonds
Ein Indexfonds bildet einen Marktindex möglichst genau nach, statt ihn durch aktive Titelauswahl schlagen zu wollen. Anders als ETF werden Indexfonds nicht an der Börse gehandelt, sondern direkt beim Anbieter gekauft und einmal täglich bewertet. In der Säule 3a sind Indexfonds weit verbreitet, weil dort der Börsenhandel keine Rolle spielt und beim Kauf in der Regel keine Stempelsteuer anfällt.
Andere Bezeichnungen: Indexanlage, passiv verwalteter Fonds
- Kadervorsorge (1e)
1e-Pläne sind eine Form der beruflichen Vorsorge für höhere Lohnanteile. Versicherte wählen die Anlagestrategie für diesen Teil ihres Guthabens selbst und tragen dafür auch das Anlagerisiko. Der Name kommt von Artikel 1e der Verordnung BVV 2, die diese Wahlfreiheit regelt.
Andere Bezeichnungen: 1e-Vorsorge, 1e-Plan
- Kapitalauszahlungssteuer
Wird Vorsorgeguthaben aus der Säule 3a oder der Pensionskasse ausbezahlt, fällt einmalig die Kapitalauszahlungssteuer an. Sie wird getrennt vom übrigen Einkommen und zu einem reduzierten Tarif berechnet, steigt aber mit der Höhe der Auszahlung. Gestaffelte Bezüge über mehrere Jahre können die Progression brechen und Steuern sparen.
- Neobank
Eine Neobank ist eine Bank ohne Filialen, das Konto führst du komplett über die App. Dank tiefer Fixkosten sind Kontoführung und Karten oft gratis oder deutlich günstiger als bei klassischen Banken. Einige Neobanken haben eine eigene Schweizer Banklizenz, andere arbeiten mit einer Partnerbank zusammen — das ist relevant für die Einlagensicherung.
Andere Bezeichnungen: Smartphone-Bank, Online-Bank
- Partnerkonto
Siehe Gemeinschaftskonto
- Pensionskasse
Die Pensionskasse ist die berufliche Vorsorge der Schweiz, die 2. Säule. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen gemeinsam Beiträge ein, damit im Alter neben der AHV eine zweite Rente bereitsteht. Versichert ist, wer angestellt ist und mehr als die gesetzliche Eintrittsschwelle verdient.
Andere Bezeichnungen: berufliche Vorsorge, 2. Säule
- Performance
Die Performance beschreibt die Wertentwicklung eines Fonds über eine bestimmte Zeitspanne, meist in Prozent angegeben. Sie ist ein zentrales Kriterium im Vergleich von 3a Aktienfonds, da sie zeigt, wie erfolgreich ein Fonds in der Vergangenheit war.
Andere Bezeichnungen: Wertentwicklung
Mehr dazu: 1e Kadervorsorge Vergleich · Säule 3a Fonds Vergleich
- Rendite
Die Rendite ist die tatsächliche Verzinsung oder Gewinnentwicklung eines Fonds bezogen auf das eingesetzte Kapital. Bei 3a Aktienfonds ist sie stark abhängig von der Börsenlage und der Anlagestrategie.
Mehr dazu: 1e Kadervorsorge Vergleich · Säule 3a Fonds Vergleich
- Risiko
Da 3a Aktienfonds in Aktien investieren, unterliegen sie Marktschwankungen. Je höher der Aktienanteil, desto stärker können die kurzfristigen Risiken sein – langfristig steigen aber die Renditechancen.
Mehr dazu: 1e Kadervorsorge Vergleich · Säule 3a Fonds Vergleich
- Säule 3a Aktienfonds
Ein 3a Aktienfonds ist ein Anlagefonds innerhalb der dritten Säule, der hauptsächlich in Aktien investiert. Dadurch entstehen höhere Renditechancen im Vergleich zu reinen Obligationen- oder Mischfonds, allerdings auch stärkere Wertschwankungen.
Andere Bezeichnungen: 3a-Fonds, Vorsorgefonds
Mehr dazu: 1e Kadervorsorge Vergleich · Säule 3a Fonds Vergleich
- Sparplan
Mit einem Sparplan investierst du automatisch und regelmässig einen festen Betrag, zum Beispiel monatlich CHF 200. In der Schweiz gibt es zwei Formen: Beim ETF-Sparplan wählst du die ETF selbst aus, beim Strategie-Sparplan übernimmt der Anbieter die Auswahl anhand deines Risikoprofils. Regelmässiges Investieren glättet den Einstiegszeitpunkt und macht Vermögensaufbau ohne grosses Startkapital möglich.
- Stempelsteuer
Die Stempelsteuer (Umsatzabgabe) ist eine Bundessteuer auf den Kauf und Verkauf von Wertschriften über Schweizer Anbieter: 0.075 % bei inländischen und 0.15 % bei ausländischen Titeln. Sie fällt bei jeder Transaktion an und wird direkt vom Broker abgerechnet.
Andere Bezeichnungen: Umsatzabgabe
- Steuerbares Einkommen
Dein Einkommen nach allen Abzügen — steht in der letzten Steuererklärung oder Veranlagung und ist tiefer als der Bruttolohn. Verheiratete: das gemeinsame Einkommen.
- TER (Total Expense Ratio)
Die TER gibt die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds an. Sie beeinflusst die Nettorendite direkt und ist daher ein wichtiges Vergleichskriterium.
Andere Bezeichnungen: Gesamtkostenquote
Mehr dazu: 1e Kadervorsorge Vergleich · Säule 3a Fonds Vergleich
- Überobligatorium
Dein Pensionskassenguthaben besteht aus zwei Teilen: dem Obligatorium, das dem gesetzlichen BVG-Minimum entspricht, und dem Überobligatorium, also allem, was darüber hinaus angespart wurde. Für den überobligatorischen Teil gelten flexiblere Regeln, etwa bei der Verzinsung, beim Umwandlungssatz oder bei der Anlage in Wertschriften. Wie sich dein Guthaben aufteilt, steht auf dem Vorsorgeausweis oder der Austrittsabrechnung.
- Vergleich
Ein Vergleich von 3a Aktienfonds hilft Anleger:innen, die besten Optionen zu finden – sei es nach Kosten, Performance, Nachhaltigkeit oder Anlagestrategie. Er ist besonders wichtig, da langfristig bereits kleine Unterschiede bei Gebühren und Rendite einen grossen Effekt haben.
Mehr dazu: Säule 3a Fonds Vergleich
- Vorbezug für Wohneigentum
Beim Vorbezug für Wohneigentum (WEF-Bezug) handelt es sich um den vorzeitigen Bezug von 3a-Guthaben zur Finanzierung, Renovation oder Amortisation von selbstbewohntem Wohneigentum.
Andere Bezeichnungen: WEF-Vorbezug
Mehr dazu: Säule 3a Konto Vergleich
- WG-Konto
Siehe Gemeinschaftskonto
- Zinseszins
Zinseszins entsteht, wenn Erträge nicht bezogen, sondern wieder angelegt werden und damit selbst Erträge erwirtschaften. Über lange Zeiträume wächst das Vermögen dadurch exponentiell statt linear. Dieser Effekt ist der wichtigste Grund, mit dem Anlegen früh zu beginnen.
Andere Bezeichnungen: Zinseszinseffekt
- Zinssatz
Jährlicher Zinssatz auf das Guthaben. Oft variabel — der Anbieter passt ihn nach Marktlage an.
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